Blank tape

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Leerkassette

„A lot of blank tape comin‘ up, I guess… Ah blank tape on the end, bullshite, ah…“
(Sebadoh split tape)
„Hatte eine riesige Kassettensammlung“ Conny E.

Im Gefolge von Punk begab es sich einst, dass einige der jungen Punks die bis dahin dominierenden Punkbands wie Clash und sowas in Frage stellten, insbesondere deren Veröffentlichungen bei grossen Plattenfirmen. Unabhängigkeit von der bösen, kapitalistischen Plattenindustrie wurde zur Haupttugend von Punk. Es bildeten sich erste unabhängige Plattenfirmen, wie z.b. Rough Trade in London. Da die andere Haupttugend von Punk ein gewisser Dilletantismus war und Spass an der Improvisation, versuchten immer mehr Punkbands aus der Provinz oder solche, die zu experimentell waren für die Plattenlabels sich des noch nicht so lange verbreiteten Tonträgers Kassette zu bedienen. Zu den eifrigsten Anhängern der Kassette in der ersten Generation von Bands aus dem Punkgehege gehörten Bands wie Alternative TV oder Throbbing Gristle.

„On the furthest edges of the Peel universe, the do-it-yourself principle proliferated like seeds in the form of the cassette underground: groups who thought that vinyl was to costly or too careerist and instead released their music in tape form sometimes selling it for a nominal sum (p 1.50 ), sometimes giving it away for free, if you mailed them a free c-60. There were hundreds of cassette bands across the land, typically with absurdist names like God & the turds, the night the goldfish died, Anthrax for the people, The scrotum poles. And there were even a handful of cassette-only labels, like smelly tapes and Deleted Records. But the kingpin of this microscene, its Rough Trade, was Fuck Off Records. Run by KifKif, formerly of the Hippie band ‚Here and Now‘, but now playing Noise Punk in his own group The 012 (motto: bad music is soul music), Fuck offs catalogue hoasted over thirty cassettes…“
(Simon Reynolds: Rip it up and start again; Postpunk 1978-1984)

Diese Kassetten konnte man, wenn man im Besitz eines Doppeltapedecks und in Reichweite eines Kopierers war, selbst erstellen und verbreiten, für viele der Inbegriff von Punk schlechthin. Als Punk dann in die BRD, in die DDR und sogar ins ferne Jugoslawien schwappte, gewann diese Herstellungsmöglichkeit an grösserer Dringlichkeit. Gerade in der DDR war es eigentlich komplett unmöglich zu dieser Zeit, für die ersten dort entstehenden Punkbänds, Platten pressen zu lassen, aber auch die Bands in Westdeutschland oder Jugoslawien waren dem Tonträger Kassette zugetan.

„Nachdem mit BowWowWow und Certain Ratio nun zwei Gruppen fast ihren gesamten Erfolg auf Casssetten-Produktionen aufbauen, ist es wohl an der Zeit, auch auf dei speziellen Cassetten-Vorteile für den deutschen Untergrund hinzuweisen. Andy Giorbino hat gemäss seinem Credo „allein um vier Uhr morgens“ seinen Alltag unvermittelt auf Band gebannt…“ Diedrich Diederichsen, 1981 über Andy Giorbinos „Frechheit siegt“ und „Live in Düsseldorf der Malaria-Vorgänger Mania D.
(*“BowWowWow“ war eines der Projekte, die Malcolm McLaren nach den Sex Pistols managte, sie versuchten den Markt zu kapern mit billigen Kassetten in Zigarettenschachtelähnlicher Aufmachung und nowaviger sExploitation)

In Westdeutschland kamen die Liebhaber der Kassette aus dem Dunstkreis der Genialen Dilletanten (Westberlin), manifestierten sich in einem selbstveröffentlichten Buch gleichen Titels, so hatten z.B. die Einstürzenden Neubauten ihr eigenes Kassettenlabel namensEisengrau“. Auch andere Berliner Bands aus diesen Kreisen nutzten die Kassette, es gab bald Unmengen von Kassetten von Bands wie „Die Tödliche Doris“ oder „Mania D“ oder „Sprung aus den Wolken“.

„Hier also wieder euer Kassetten-Onkel. Ich glaube ja nach wie vor nicht, dass sich irgendjemand die Dinger kauft. Aber ich werde in Briefen, Telefonaten und Gesprächen derart massiv dazu animiert, das ‚junge, vielversprechende Medium‘ zu fördern, also stürzen wir uns ins Land der Kuriositäten: Vom lobenswerten Aleph-Label kommt ein Tape des Hans-Kopf-Terzetts…“
Diedrich Diederichsen in seiner monatlichen Kassetten-Kolumne 1981

In den anderen Punkhochburgen der Bundesrepublik, etwa Düsseldorf (S.Y.p.H.., Pyrolator, Xao Seffcheque) oder Frankfurt am Main (Junge Front, Bildstörung) oder Hamburg (Andy Giorbino, Coroners), München (Gorilla Aktiv) oder Tübingen (Familie Hesselbach, Der Lustige Musikant) geschah bald ähnliches.

Im Jahre 1983 veröffentlichte der in Düsseldorf lebende Autor Peter Glaser zusammen mit Niklas Stiller einen Roman namens „Der grosse Hirnriss“. Zusammen mit anderen Schreiberlingen wie Thomas Meinecke, Diedrich Diederichsen oder Rainald Goetz waren sie die erste Generation von Autoren, die weitestgehend von Punk und Postpunk beeinflusst waren. Das Konzept des Romans beinhaltete eine Kassette, die exklusiv von einigen bekannten Protagonisten der deutschen (oder Düsseldorfer) Postpunk Szene gefüllt wurde. (wie Pyrolator, Thomas Schwebel / Fehlfarben, Roter Stern Belgrad) Die Lieder waren extra für die Kassette geschrieben worden und vertonten Kapitel oder Geschehnisse des Romans.

Gleichzeitig mit der Blüte der kleinen, selbstkopierten Punkerheftchen (Fanzines) entstanden mehr oder weniger unkommerziell operierende Kassettenlabels. Die bekanntesten in den frühen achtzigerjahren waren etwa das Klar80-Label aus Düsseldorf, Wahrnehmungen oder Walters Lust aus Frankfurt, Graf Haufen-Tapes oder Stechapfel aus Berlin. Auch in der Provinz gab es bald eine wahre Flut solcher Kleinverlage, wie etwa Irre Tapes aus Rammstein, ExtremMist (Schwarzwald, später bekannt als X-Mist) oder Pissende Kuh (Varel), Wartungsfrei (Saarland) oder Weltfremd (konstanz).

„Weitgehend zu Rhytmusmaschinen pluckert es dahin, die neue deutsche Heimarbeit, die sich tausendfältig auf billigen Tonträgern verewigt und mit neuem ultra-unabhängigen Ethos die verlorene Rebellion gegen die Schallplattenindustrie ins Wohnzimmer verlegt. Sogar das Herz des Bundeskanzlers schlägt ja jetzt zur Rhytmusbox (*Anspielung auf den nagelneuen Herzschrittmacher des damaligen Bundeskanzlers Schmidt). Die Konsumenten dieser Cassetten sind meist auch selber Produzenten. Dass sich Leute für Cassetten interessieren, die nicht selbst an eigenen Bändern werkeln ist mir bei der Briefflut zu diesem Thema noch nicht untergekommen.“ (Diedrich Diederichsen in seiner Kassetten-Kolumne 1981)

In der DDR begannen sich indes mit den ersten Punkbands ebenfalls erste Kassettenverlage und Fanzines zu formieren. Es gab KlangfArbe in Karl-Marx-Stadt, Zieh-dich-warm-an Tapes in Dresden, Assorted Nuts und Bleibeil in Ost-Berlin, Hinterhofproduction (Jena),, Trash Tape Records in Rostock. Eine Kuriosität war Pirate Records in Rostock: Ein Seemann, der Punkplatten in die DDR schmuggelte und auf Kassette vertrieb. Es gab Kapellen wie Müllstation, AG Geige, Kaltfront oder Ornament & Verbrechen, die haufenweise Kassetten veröffentlichten, jeweils unter verschiedenen Bandnamen und es gab eine Peel-ähnliche Radiosendung auf dem Jugendradio DT64, die sich vor allem den Kassetten–Veröffentlichungen widmete (parocktikum).

„Die Leute hatten einen Iro, nannten sich Punks und die Band hieß „Sperma Combo“. Die Musik war schräg, die Töne stimmten fast nie und die Proben waren Party. Da ja auch andere Leute die Aufnahmen hören wollten, begann ich also, die Mastertapes zu kopieren. Im Westen war bereits die doppelte Kopiergeschwindigkeit erfunden worden, also besorgte ich mir so ein Kassettenrecorder. Die „Normal-Kassetten“ im Osten kosteten 20 Mark. Das war ein Haufen Kohle für Jugendliche. Doch auch der Osten hatte etwas erfunden – nämlich Bastelsets für 20 Mark. Das war eine Plastiktüte mit den Einzelteilen von 2 Kassetten. Die mußten nur noch zusammengeschraubt werden. Ich schraubte Nächtelang, mit dem Vorteil, die Kassetten mit 10 Mark Plus verkaufen zu können, um die Technik zu verbessern. 1988 trieb ich z.B. in Rostock in einem „An- und Verkauf-Laden“ einen selbstgebauten Aphex (Hochtongenerator) für 1800 Mark auf. Zu Kirchentagen fuhr ich dann immer mit einem Rucksack voll Kassetten, baute irgendwo einen Stand auf und Käufer kamen reichlich und die Kassetten reichten nie. 1988 kam ich dann auf die Idee, Bestellzettel zu verteilen und den Leuten Nachnahmesendungen zu senden. .Ach ja, die Kassettencover. Es gab einen Fotoapparat, Bandfotos, ein Fotolabor auf meinem Dachboden und Duosan Rapid (Klebstoff, der auch schon in manchen Kreisen zum Schnüffeln benutzt wurde) und weitere Nächte des beklebens von den inliegenden ORWO Pappcovern. Irgendwann 1987 tauchte eine Band namens „Gefahrenzone“ aus Saalfeld auf, die hatten ein paar Hits auf Lager und wollten diese natürlich auch auf Kassette haben. Also einen Freitag lang aufbauen, löten, usw.usf. Irgendwann Soundcheck – klingt gut, also geht’s morgen Früh (Samstag) los. Doch es dauerte Stunden, bis der erste Hit im Kasten war, schließlich mußte nach jedem Verspieler neu angefangen werden. Zum Schluß saß ich dann noch mal Nächte, um ein Mastertape zusammen zu schneiden. Es sprach sich herum und es tauchten weitere Bands auf. Unter anderem die „Fanatischen Frisöre“ aus Eisenach, „Ulrike am Nagel“ aus Hermsdorf und “Kalabatek Exzek“ (Tom und Reimo von „Antitrott“ und Tatjana von der „Firma“ aus Berlin). Insgesamt entstanden 22 Kassetten von 15 Bands.“ (‚Kaktus von Hinterhofproduction aus Jena, siehe http://www.parocktikum.de/wiki/index.php/Kategorie:Labels)

Hierbei gab es recht bald einen Mikrokosmos unterschiedlichster Kassettensubkulturen, denn die Punkbands und die Kunstdilettantenindustrialwaver überschnitten sich nur teilweise, ganz zu schweigen von Metal-Tapes.

“Was wichtig ist bei dieser ganzen Tape-Geschichte: Das Tape war so ein seltsames Medium. Einerseits wurden kleine Auflagen hergestellt, so 30 bis 50 Stück. Cover wurden selbst gezeichnet bzw. entworfen. Bernd und ich hatten damals ein Kassetten-label, „Assorted Nuts“, da haben wir noch alte Mireille Mathieu- Kassetten mit eigenem Material überspielt, aus Kassettenmangel. Es gab also diese Editionen und andererseits gab es die Kassette als Instantmedum, denn viele Leute haben zu Hause nachts Session gemacht. Wenn Flake mal neun Stunden nachts aufgenommen hate, hat er die einem am andern Morgen in die Hand gedrückt: Eh, hör dir das mal an, das hab ich gestern Nacht gemacht. Das Tape war also auch ein Austauschelement, das man hin und her gericht hat, womit Leute kommuniziert haben“
(Robert Lippok/ Ornament & Verbrechen, Ost-Berlin)

„Aber irgendwann, ich denke so 83/84 ging das dann los mit Kassetten. Es gab ja zu der Zeit auch international eine blühende Kassettenszene. Und wenn man an Musik interessiert war, wollte man irgendwann auch so ein Label, ein Recording-Label gründen und so kam die Idee Kassetten-Editionen zu machen“
(Frank Bretschneider (AG Geige) zur Gründung des KlangfArbe Labels (Karl-Marx-Stadt)

Ab mitte der achtziger kamen Kassettenlabels dazu, die sich am Hc/Punk oder Anarchopunk orientierten, wie z.b. Chainsaw oder später in den beginnenden neunzigerjahren Götterwind Tapes, der innere Schweinehund Tapes oder im Osten Agressive Punk-Tapes aus Bernburg. Obgleich es in Jugoslawien leichter war für Punkbands Platten zu veröffentlichen, als etwa in der DDR, enwickelte sich eine Vielzahl an Bands , die grossteils auf Kassette veröffentlichte und auch einige Kassettensampler. Als erstes fielen mir die Compilations „Noc nad Jugoslavija“ und „C‘est la Jugoslavie“ in die Hände. Bekannte Tape labels waren etwa No time to be wasted in Belgrad oder Phantom Tapes (Les phantoms de nuit comp.) Auch in Slowenien gab es eine ausgedehnte Tape-Szene, die etwa auf dem Čudeža Ne Bo – Comp. Tape (Festivalmitschnitt aus Llubljana, 1986) dokumentiert ist, oder auf den zahreichen Tapes des Marzidovshek Minimalaboratorium Tapelabels, z.B. der Steyer Compilation (von Mario Marzidovshek, einem Chemiearbeiter aus Slovenska Bistrica betrieben). Auf diesen Veröffentlichungen bestechen nun vor allem die Bands, die damals schon ungewöhnlichere Klänge fabrizierten, wie z.B. CRATAEGUS O‘DANCE BAND, Tozibabe oder Mario Marzidovshek, gefallen aber zumeist ob ihres Trash-Faktors. Die Tapeszene hatte auch den interessanten Aspekt, dass sie sich recht schnell und unkonventionell inernationalisierte. Schon 1980 wurden regelmässig obskure Compilations des italienischen Echo-Recho Labels an die SPEX (die damals grösste deutsche Indie-Zeitschrift) gesandt. Auch der schon erwähnte Mario Marzidovshek aus Bistrica, einem Provinzstädtchen, war Teil einer internationalen MailArt-Szene und tauchte so etwa auch auf den Tapes des Berliner Tapelabels und MailArt-Künstlers Graf Haufen auf. Auch Bands aus „exotischen“ Ländern, wie der Türkei oder Südamerika fanden bald den Weg auf internationale Zusammenstellungen. Gleichzeitig wurden Kassetten natürlich auch häufig zurecht Gegenstand herber Kritik, da die Qualität der Bands als auch die des Klangs quasi keine Grenzen hatte.

„Wie sagte doch schon John Peel, an jeder dieser Kassetten hängt das Leben von vier Menschen…“
(Diedrich Diederichsen, 1981)

english version
Blank tape

„A lot of blank tape comin ‚up, I guess … Ah blank tape on the end, bullshite ah …“
(Sebadoh split tape)
„Had a huge cassette collection“ Conny E.

In the wake of punk it happened, that some of the young punks had doubts about the hitherto dominant punk bands like the Clash, concerning in particular their publications on major record labels. Independence from the evil, capitalist music industry became the main virtue of punk. It came to forming of the first independent record companies like Rough Trade in London. Since the other main virtue of punk was a certain dilettantism and delight with improvisation, increasing numbers of punk bands from the province or those which were to experimental for the record labels tried to use the still not widely used medium of compact cassette. Among the most avid supporters of the tape in the first generation of punk bands were bands such as Alternative TV or Throbbing Gristle.

„On the furthest edges of the Peel universe, the do-it-yourself principle proliferated like seeds in the form of the cassette underground: groups who thought that vynil was to costly or too careerist and instead released their music in tape form sometimes selling it for a nominal sum (p 1.50 ), sometimes giving it away for free, if you mailed them a free c-60. There were hundreds of cassette bands across the land, typically with absurdist names like God & the turds, the night the goldfish died, Anthrax for the people, The scrotum poles. And there were even a handful of cassette-only labels, like smelly tapes and Deleted Records. But the kingpin of this microscene, its Rough Trade, was Fuck Off Records. Run by KifKif, formerly of the Hippie band ‚Here and Now‘, but now playing Noise Punk in his own group The 012 (motto: bad music is soul music), Fuck offs catalogue hoasted over thirty cassettes…“
(Simon Reynolds: Rip it up and start again; Postpunk 1978-1984)

These cassettes could be created and distributed completely selfmade, if you were in possession of a Double tape deck and within range of a copier, for many the essence of punk in itself.

When punk dashed into western Germany, the GDR, even into the distant Yugoslavia, the opportunity of self-manufacturing developed greater urgency. Especially in the GDR, it was actually completely impossible at this time, for the first emerging punk band to press records, but also the bands in West Germany and Yugoslavia were delighted with the new medium ‚tape‘.

„After BowWowWow* and Certain Ratio now two groups built all their success almost with casssette productions, it is perhaps time, to note also special advantages for the german underground. Andy Giorbino according to his credo „alone at four o‘clock in the morning“ banned his life immediately on tape …„ *Diedrich Diederichsen, 1981 on Andy Giorbinos “Frechheit siegt“ and „Live in Dusseldorf“ by malaria predecessor Mania D.
(*“BowWowWow“ was one of the projects Malcolm McLaren managed after the Sex Pistols, they tried to invade the market with cheap cassette-only hymns of sexploitation with no wave spirit.

In West Germany, the lovers of the cassette came especially from spheres like the „Geniale Dilettanten“ (West Berlin), who had manifested a theoretical foundation in a self-published book of the same title, for example, Einstürzende Neubauten had their own cassette label called „Eisengrau“. Also other Berlin bands from these circles used the tape, soon there were heaps of cassettes of bands like „Die Tödliche Doris“ or „Mania D“ or „Sprung aus den Wolken“

„So here again your cassette uncle. I still don‘t think that anyone buys these things. But I get so massively encouraged in letters, phone calls and interviews to promote the young, promising medium , so let us sink into the land of curiosities: From the laudable Aleph label, a tape of the Hans-Kopf- Terzett … „
Diedrich Diederichsen in his monthly column for cassettes 1981

In the other punk strongholds of the Federal Republic, such as Dusseldorf (SYpH., Pyrolator, Xao Seffcheque) or Frankfurt (Junge Front, Bildstörung) or Hamburg (Andy Giorbino, Coroners) or Munich (Gorilla Aktiv) or Tübingen (Familie Hesselbach, Der Lustige Musikant) it took shape in similar but always individual ways.

In 1983 the Dusseldorf-based author Peter Glaser released a novel written together with Niklas Stiller named „Der grosse Hirnriss“ (+ „The big brain crack“). With other writers like Thomas Meinecke, Diedrich Diederichsen or Rainald Goetz they were the first generation of authors largely influenced by punk and post-punk ideas. Included in the conception of the novel was a cassette, that exclusively featured some well-known protagonists of the 1982 german post-punk scene (mostly from Dusseldorf, like Pyrolator, Thomas Schwebel / Fehlfarben, Roter Stern Belgrad) The songs were written just for the novel and interpret chapters or scenes of it.

Soon similar activities arose simultaneously with the flowering of the small self-copied magazines of the punks (fanzines) and around it rose the first uncommercial cassette labels. The most famous in the early eighties were the „Klar80“ label from Dusseldorf, „Wahrnehmungen“ or „Walters Lust“ from Frankfurt, „Graf Haufen tapes“ or „Stechapfel“ from Berlin. Also in the province, there was soon a flood of small publishers, such as „Irre Tapes“ from Rammstein, „ExtremMist“ (Black forest, later known as X-Mist) or „Pissende Kuh Kassetten“ (Varel), „Wartungsfrei“ (Saarbrücken) or „Weltfremd“ (Konstanz).

„Largely with help of Rhytm machines it is rattling along, the new German home manufacturing, that reproduces itself in thousand variations on the new cheap medium, immortalized with a new ultra-independent ethos it moves the lost rebellion against the record industry into the living room. Even the heart of the Chancellor now beats with a Rhytm box (* reference to the brand new heart pacemaker of the then Chancellor Schmidt). The consumers of these tapes are often themselves producers. That people are interested in cassettes that are not themselves working on tapes, didn‘t occur to me with the flood of correspondence on this subject„ (Diedrich Diederichsen in his column on cassettes 1981)

In the GDR it started similar with the first punk bands tapes, fanzines and publishers took shape. There were „KlangfArbe“ in Karl-Marx-Stadt, „Zieh dich warm an tapes“ in Dresden, „Assorted Nuts“, „Bleibeil“ (East Berlin), Hinterhofproduction (Jena), , „Trash Tape Records“ in Rostock. A Curiosity was „Pirate Records“ in Rostock: founded by a seaman, who smuggled punk records into the GDR and distributed them on tape. There were bands like Müllstation, AG Geige, Kaltfront or Ornament & Verbrechen, which released loads of tapes, each under different band names and in the late eighties there was a peel-alike broadcast on the youth radio station dt64, that mostly presented tape releases (parocktikum).

„Folks with a mohawk, called themselves punks and their band was called “sperma combo“. The music was slanted, the chords were never right, and the rehearsals were party. Because other people wanted to have the recordings too, I started then, to copy the master tapes. In the West they had invented copying with double-speed, so I got myself a cassette recorder. The „normal“-compact-cassettes in the east cost 20 marks. That was a fair amount for young people. But the East had invented something – self-assembling-sets for 20 marks. It was a plastic bag with the single parts of 2 cassettes. They only had to be screwed together. I screwed them night after night, with the advantage to be able to sell the tapes with 10 marks profit, in order to improve the technical equipment. In 1988 I found a self-assembled Aphex (high tone generator) in a second hand shop in Rostock for 1800 marks. To the Kirchentag meetings (republic-wide meeting of christian youth) I always went with a backpack full of cassettes, put together a stall, buyers were plenty and the tapes were never enough. In 1988, I had the idea, to distribute tapes with ordering sheets and deliver them by mail. Well, the cassette cover. There was a camera, band photos, a photo lab in my attic and Duosan Rapid (glue, which also by some folks has been used for sniffing), and more nights glueing together the ORWO cardboard inlays. Around 1987 a band called „Gefahrenzone“ from Saalfeld appeared on the map, they had a few hits in stock and wanted them off course on tape. Whole friday of assembling stuff, soldering and so on. Time and time again soundcheck – sounds good, so it can get started tomorrow (saturday). But it took hours until the first hit was ready in the making, after every single mistake had to be started from scratch. Finally I sat nights over nights, to cut the Mastertape. Word got spread around and more bands came to me. Among others, the „fanatischen frisöre“ from Eisenach, „Ulrike am Nagel“ from Hermsdorf and „Kalabatek Exzek“ (Tom and Reimo of „Antitrott“ and Tatiana from „Die Firma“ (Berlin). Total, 22 cassettes with 15 bands.“ (Kaktus from Hinterhofproduction (Jena), see http://www.parocktikum.de/wiki/index.php/Kategorie:Labels)

Soon a microcosm of different cassette subcultures existed, because the punk bands and the art-dilettant-industrial-wavers overlapped only partially, not to mention the heavy metal tapes.

„What is important in this whole tape story: The tape was such a strange medium. at once only few copies were made, some 30 to 50 pieces. Cover was self-designed or even drawn. Bernd and I had a cassette-label, „Assorted Nuts“ were we dubbed old Mireille Mathieu cassette with our own material because of lack of cassettes. So there was this and other editions used the tape as instant medum, because many people made sessions at home in the night. When Flake had stayed up for nine hours during the night, the next morning he handed me over a tape: Eh, listen to that, that I did yesterday night. The tape was also an exchange element, that was passed on from hand to hand, with which people have communicated „
(Robert Lippok / Ornament & Verbrechen, East Berlin)

„But someday, I think it was 83/84 then it started with the cassettes. There was indeed at the time also a thriving international cassette scene. And if one was interested in music, you wanted to someday also have a label, a recording label and so the idea was found to publish cassette editions„
, Frank Bretschneider (AG Geige) establishing the KlangfArbe Tape label (Karl-Marx-Stadt)

From the mid-eighties more cassette labels came into being which were closer to the new styles of hardcore punk and anarcho punk, like Chainsaw or later in the early nineties „Götterwind“ Tapes, „Der innere Schweinehund“ tapes or in the East „Aggressive punk tapes“ from Bernburg. Although it was easier for yugoslavian punkbands to publish records than in the GDR, there also developed a variety of bands that mostly released cassettes and some compilations. Into my hands fell the compilations „Noc nad Jugoslavija“ and „C‘est la Jugoslavia“. Well-known tape labels were No time to be wasted in Belgrade or Phantom Tapes (Les phantoms de nuit comp.) There was also a popular tape scene in Slovenia, that is documented on the Čudeža Ne Bo – Comp. Tape (live cuts from a festival in Llubljana, 1986), or on the tapes of Marzidovshek Minimalaboratorium label, e.g. Steyer compilation (founded by Mario Marzidovshek, worker in a chemical factory from Slovenska Bistrica) or on numerous others. The bands which are now sticking out at most, are the ones, which already at that time had produced more unusal noises, like CRATAEGUS O‘DANCE BAND, Tozibabe or Mario Marzidovshek. The tape scene also had the interesting aspect that it internationalized quite fast and unconventional. As early as 1980, regular compilations of the obscure Italian label „Echo Recho“ were sent to the SPEX (the then largest German indie magazine). Also part of an international mailArt scene was Mario Marzidovshek, whom I mentioned before, he came from Bistrica, a provincial town in slovenia, and thus often appeared on the compilations of the Berlin-based MailArt artist Graf Haufen. Even bands from exotic countries such as Turkey or South America soon found their way onto international compilations. At the same time, of course, tapes were often rightly the subject of harsh criticism, because the quality of the bands as well as the sound had virtually no boundaries.

„As already said by John Peel, from each of these tapes depend the lives of four people …“
(Diedrich Diederichsen, 1981)

1 Comment

  1. Matze Schmidt said,

    Mann darf egaenzen z.B. den “Inneren Schweinehund”, das Magazin aus Hanau (torstn Kauke) in den sehr spaeten 1980ern u. fruehen 90ern mit angeschlossener Cassettenproduktion.

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